7 Fragen und Antworten zum Thema User Experience Design

UX Design
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Es reicht nicht aus, dass wir Produkte bauen, die funktionieren, [...] wir müssen auch Produkte bauen, die Vergnügen und Aufregung, Freude und Spaß und, ja, Schönheit in das Leben der Menschen bringen.

– Don Norman –

Weise Worte von einem weisen Mann.

Ok, ich kann die Fragezeichen über deinem Kopf schweben sehen. Wer zum Teufel ist Don Norman?

Don Norman war der erste UX Designer der Welt. Zumindest in unserem Universum. Er wurde 1993 von Apple als User Experience Architect eingestellt. Was danach kam, weißt du ja sicher.

iPod, iPhone, iPad. Und nein, Don hat diese Dinge nicht erfunden. Aber er hat den Weg bereitet. Mit ihm wurde Apple zu einer Firma, die man heute gemeinhin als “design driven company” bezeichnet.

Aber nun genug der Huldigung. Widmen wir uns dem Thema dieses Beitrags:

Was ist UX Design?

User Experience Design oder kurz UX Design ist der Prozess in der Entwicklung von Produkten, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, den Benutzern sinnvolle und relevante Erfahrungen zu bieten. Dieser Prozess begleitet die Produktentwicklung von Anfang an und dient der kontinuierlichen Verbesserung des Produkts und der Erfahrung, die der Nutzer damit macht.

Dabei werden nicht nur die Phasen der reinen Nutzung betrachtet. Die Erfahrungen die potenzielle Kunden vor Kauf oder nach der Benutzung machen sind gleichermaßen relevant. In jedem Stadium des Customer Lifecycles gilt es, die Nutzererfahrung positiv zu gestalten, um das Vertrauensverhältnis eines Kunden zu einem Produkt oder in das Unternehmen zu stärken.

Warum ist die User Experience so wichtig?

Um die Zukunft eines Unternehmens zu sichern braucht es vor allem eines: zufriedene Nutzer. Je zufriedener desto besser. Jeder von ihnen ist ein potenzieller Markenbotschafter und kann somit zum langfristigen Erfolg eines Unternehmens beitragen.

Die Zufriedenheit eines Nutzers lässt sich allerdings nur schwer messen, da es sich um eine psychologische Größe handelt. Zufriedenheit ist immer subjektiv. Und die Einflüsse auf die Zufriedenheit eines Kunden sind vielfältig und komplex.

Was gehört zum UX Design?

Um ein entsprechendes Nutzererlebnis zu formen, das am Ende zufriedene Nutzer hervorbringt, beschäftigt sich UX Design daher mit einer Vielzahl von Berührungspunkten des Nutzers mit dem Produkt und dem Unternehmen.

UX Design ist dadurch ein interdisziplinäres Themenfeld, in dem Produkte und Dienstleistungen ganzheitlich betrachtet werden. Es vereint die Bereiche User Research, Usability, User Interface Design, Grafik Design und einige mehr, die sich alle mit der Gestaltung eines Produkts oder einer Dienstleistung beschäftigen und entscheidend zur User Experience beitragen.

Was sind die Aufgaben des UX Design?

Im Zentrum aller Überlegungen im UX Design steht der Nutzer. Es geht um seine Wahrnehmungen und seine Reaktionen auf ein Produkt. Es geht darum, ihn zu verstehen. Was sind seine Wünsche und Bedürfnisse? Wie nutzt er das Produkt? Und wie benutzt er es nicht? Und warum?

Darüber hinaus verbindet UX Design die Verbesserung der reinen Nutzbarkeit eines Produktes mit den Aspekten der Außendarstellung und Wahrnehmung am Markt sowie der Integration in die bereits bestehende Produktpalette. Fakt ist: bevor ein Nutzer sich zum Kauf entscheidet, hat er bereits viele Berührungspunkte mit dem Unternehmen hinter sich. Er informiert sich online über Vor und Nachteile des Produktes, tauscht sich mit anderen Nutzern über Erfahrungen aus und prüft ob in seinem Freundeskreis ebenfalls dieses Produkt benutzt wird.

UX Design hat also zwei große Aufgabengebiete: einerseits den Nutzer in Interaktion mit dem jeweiligen Produkt im Blick zu haben und andererseits das große Ganze. Keine leichte Aufgabe. Aus diesem Grund beschäftigen Unternehmen in der Regel ganze Teams von UX Designern die eng mit anderen Teams wie Software Entwicklern, UI (User Interface) Designern und Projektmanagern zusammen arbeiten.

Was genau macht ein UX Designer?

UX Designer kümmern sich selten um grafische Details, sondern arbeiten eher auf einer abstrakten Konzept-Ebene. Eine ihrer Hauptkompetenzen ist strukturelles und analytisches Denken. Um Anforderungen an ein Produkt und die Erwartungen der Nutzer an dasselbige wirklich zu durchdringen, müssen sie sich tief in die Materie einarbeiten. Die Arbeit mit Schnittstellen und Interfaces kommt zu einem viel späteren Zeitpunkt hinzu.

In einem kontinuierlichen und iterativen Prozess, der parallel zur Entwicklung des Produkts abläuft, haben UX Designer vor allem eine Aufgabe: den Nutzer verstehen. Dafür ist großes Durchhaltevermögen von Nöten, da sich der Prozess des Verstehens durchaus über Monate hinziehen und von vielen Veränderungsprozessen begleitet sein kann.

UX Designer ermitteln über Beobachtungen und Befragungen die Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer. Aus ihnen entwickeln UX Designer dann Kunden- und Nutzer Modelle sowie entsprechende Szenarien, in denen die Kunden mit dem Produkt oder der Dienstleistung interagieren.

Die Szenarien werden dann in kurzen Iterationen in Skizzen, Prototypen und Wireframes visualisiert und an Nutzern getestet. Hierbei ist vor allem Geschwindigkeit gefragt. Ziel ist es, in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu kreieren und entsprechend viele Erkenntnisse zu sammeln Die Erkenntnisse fließen wiederum in weitere Prototypen, aus denen sukzessive Designentwürfe und am Ende fertige Lösungen entstehen.

Hierbei bilden UX Designer die Schnittstelle zwischen Nutzern, Entwicklern und den Zielen des Unternehmens.

Dafür brauchen UX Designer vor allem eines: Empathie. Sie müssen absolute Team Player sein und die Fähigkeit besitzen, ihr eigenes Ego im Zaum zu halten, während sie die Bedürfnisse aller anderen Teammitglieder und die des Unternehmens im Blick haben. Grundvoraussetzung ist dabei der eigene Wille zu lernen und eine Haltung, die dem anderen mit Respekt und Anerkennung begegnet. Besserwisser sind in diesem Berufsfeld fehl am Platz.

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Ein guter UX Designer weiß, dass er nichts weiß.

– Ronny Enzenberg –

Wie genau sieht ein UX Design Prozess aus?

Leider gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Wie so oft lautet sie eher: Es kommt darauf an.

Wie genau der UX Design Prozess im Detail abläuft hängt von verschiedenen Faktoren ab. Budget, Deadlines und Umfang des Projekts sind einige davon. Wichtiger als ein festgezurrter Ablauf ist es, herauszufinden wann und wie bestimmte UX Design Methoden angewendet werden können.

Grundsätzlich lassen sich die Abläufe im UX Design Prozess wie folgt vereinfachen:

1. Lernen & Verstehen

Am Anfang steht die Recherche. Wer sind meine Nutzer? Welche Zielgruppe habe ich? Was ist dieser Gruppe wichtig? Wie sollen sich meine Kunden fühlen, wenn sie mein Produkt benutzen? Welchen Herausforderungen begegnen sie in ihrem Alltag?

Das sind nur einige Fragen, die ein UX Designer stellt, um herauszufinden, welche Menschen im Zentrum seiner Überlegungen stehen. Er beobachtet Nutzer, befragt sie und analysiert das Verhalten der Zielgruppe.

2. Strukturieren

Die im vorangegangenen Schritt gewonnenen Erkenntnisse werden nun benutzt, um den bisher unbekannten Nutzern ein Gesicht zu geben. Hier kann der UX Designer zum Beispiel Personas und Nutzerszenarien erstellen. Diese spiegeln die Eigenschaften und Verhaltensweisen der Nutzer in fiktiven Personen wider und helfen, diese etwas greifbarer zu machen.

Auf Basis der Anforderungen an das Produkt und der Nutzerszenarien wird dann die Inhalts- und Informationsarchitektur erarbeitet. Dabei werden die benötigten Komponenten der Anwendung identifiziert und priorisiert.

3. Skizzieren & Testen

Die Ideen und werden in Wireframes und Prototypen abgebildet und an realen Personen getestet, um schnellst möglich ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die getroffenen Annahmen auch wirklich mit der Realität übereinstimmen. Hier wird in der Regel kein großer Wert auf das visuelle Design gelegt. Wichtig ist in möglichst kurzer Zeit viele verschiedene Ansätze durch zu spielen und sie auf Brauchbarkeit zu testen. Erst wenn klar ist, dass die Idee auch dem Anwender nützt, geht es in die konkrete Umsetzung.

4. Umsetzen und testen (und testen und testen und testen)

Sind die Tests mit der Zielgruppe positiv, geht es an die eigentliche Umsetzung. Die Prototypen bekommen entsprechende Designs und werden in realen Code übersetzt. Der UX Designer steht hierbei in enger Abstimmung mit UI Designern und Software-Entwicklern, um mit ihnen gemeinsam das bestmögliche Nutzungserlebnis zu kreieren.

Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Prozess nicht endet. Jede Komponente die in der Software ausgeliefert wird, hat Verbesserungspotential. Auch können sich die Gewohnheiten der Anwender über einen längeren Zeitraum hinweg ändern. Nach der Umsetzung wird also wieder fleißig mit realen Anwendern getestet und der Prozess kann von neuem starten.

Finale Gedanken: Was macht eine gute User Experience aus?

Es gibt keine einfache Definition von einer guten User Experience. Stattdessen gilt es zu verstehen, dass eine gute User Experience immer dann vorherrscht, wenn die Bedürfnisse des Nutzers in einem speziellen Kontext, in dem er oder sie das Produkt benutzt, erfüllt werden. Es gibt also keine Blaupause. Gut ist, was dem Anwender nützt und ihm hilft, sein Ziel zu erreichen.

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Wir helfen Unternehmen dabei, die User Experience ihrer Produkte und Services zu verbessern und ihre Nutzer in glückliche Kunden zu verwandeln.

+49 30 399 784 47

Ronny Enzenberg,
UX Designer bei der itacs GmbH
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